Lust auf Austern?

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Berauscht fuhren Sie mit dem offenen Cabrio viel zu schnell durch die Nacht. Die Lichter der Straßenlaternen, die bereits angegangen waren, blitzen wie die Spots in jener Disko, in der sie sich eben noch trafen, tanzten und in heißen Küssen versanken. Es wurde nicht gesprochen, sondern nur genossen, während die Lautsprecher in dem kleinen Cabrio mit voller Inbrunst pulsierende Beats versprühten. Zuhause bei Nick angekommen, torkelten Sie aus dem Wagen durchs Treppenhaus, stolpernd, ohne Rücksicht auf die schlafenden Nachbarn zu nehmen, kopflos in die großzügig geschnittene Wohnung. Ihr leerer Blick wanderte durch das modern eingerichtete Wohnzimmer, während Nick in der offenen Küche aus dem großen amerikanischen Kühlschrank eine Flasche Champagner herauskramte. Dann nahm er sie an der Hand und zog sie behutsam ins Bad. Dort drehte er den Wasserhahn auf und streifte lässig seine Klamotten vom Körper. Ohne darüber nachzudenken, fast mechanisch, zog sie sich auch splitternackt aus  und stieg zu ihm in die Wanne. Gekonnt öffnete Nick mit einem Plopp die Flasche und reichte sie ihr. „Hier meine Süße, trink!“ sagte er mit sanfter Stimme. Sofie nahm die schwere Pulle und führte Sie mit beiden Händen an Ihre Lippen. Der Champus erfüllte sofort Ihren trockenen Mund und sprudelte wie eine frische Quelle durch Ihre Kehle. Entspannt lehnte sie sich nach hinten zurück und reichte ihm wieder dankbar die Flasche. Und nachdem auch er einen großen Schluck genommen hatte, begann er ihren zarten Körper mit dem goldgelben Getränk zu übergießen. Die kühle prickelnde Flüssigkeit floss belebend über Sofies straffe Brust. Wie elektrisiert beugte sie sich zu ihm nach vorne …

Irgendwann erwachte Sofie. Die Sonne blitzte durch die kleinen Schlitze im Rollladen. Sie lag halb eingewickelt in einer kuschligen Felldecke auf einem großen Bett. Neben Ihr lag Nick, nackt, und nur mit einem Bein im Lacken umschlungen, auf dem Bauch. Sein knackiger Po sprang Ihr direkt ins Auge. Er atmete tief. Ihre Haare waren noch leicht feucht. Sie beugte sich langsam nach vorne. Ihr Kopf begann sofort zu hämmern. Da sie den reizenden Mann neben sich aber nicht aufwecken wollte, stieg Sie vorsichtig aus dem Bett, legte behutsam die Decke zusammen und schlich ins Badezimmer.  Dort fand sie ein kleines Schlachtfeld vor. Ihr BH hing über der noch halb gefüllten Wanne in der die leere Champusflasche schwamm.

IMG_3318 (3)Die Klamotten lagen verstreut auf dem Boden. Schnell sammelte Sie ihre Unterwäsche ein, stapelte Nicks Klamotten auf dem geschlossenen Toilettendeckel, lies das Wasser ablaufen, fischte die Flasche heraus, warf sich rasch in ihr schwarzes Kleidchen und ging ins Wohnzimmer. Dort entdeckte Sie zum Glück gleich ihre geliebte Handtasche. Sie kramte  einen zerknüllten Kassenbon heraus, nahm den Kulli, der zufällig auf dem Esstisch lag und schrieb etwas auf die Rückseite:IMG_3281

Dann legte Sie den Zettel auf den Tisch und verließ leise und ohne einen weiteren Blick ins Schlafzimmer zu riskieren die Wohnung…

…Gedankenverloren saß Sofie vor Ihrem Computer. Es war bereits Mittwoch und noch immer hatte Sie keine Nachricht von ihm erhalten. Sie versuchte sich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren, aber es fiel ihr schwer. Plötzlich blinkte Ihr Handy auf. Eine What’s App von einer unbekannten Nummer. Ihr Herz fing wild an zu pochen. Nervös schnappte Sie Ihr Mobiltelefon und las die Nachricht:

Hallo Sofie, Lust auf Austern? Dann heute Abend um acht bei mir. lg Nick

Um Punkt acht klingelte Sofie aufgeregt an der Türe. Tausend Fragen schossen ihr durch den Kopf: Wie wird er aussehen, wie wird er reagieren und wird er sie auch nüchtern noch attraktiv finden? Und da öffnete er auch schon die Türe. Er trug eine leicht verwaschene, unten etwas eng zulaufende Jeans und ein clean weißes Shirt mit einem V-Ausschnitt. Über seiner Schulter hing lässig ein karriertes  Küchentuch. Seine Haare standen wirr herum, so als wäre er gerade erst aufgestanden. Aber das störte sie nicht. Er begrüßte Sie mit einem lässigen „Hi“, gab Ihr ein kleines Küsschen auf die Wange und sagte mit einem verschmitzten Grinsen: „In dem Fall hast Du wieder zu mir gefunden?!“ Und ohne ihre Antwort abzuwarten, bat er sie dann hereinzukommen. Höflich zog Sofie ihre Schuhe aus und folgte ihm wortlos in die Küche. Magst Du ein Gläschen Champagner? „Ja klar“ antwortete Sie mit etwas verschämter Stimme, da Sie immer noch die Bilder vom Wochenende in seiner Badewanne im Kopf hatte. Er schenkte ihr ein Glas ein. Dann stellte er sich in die Küchenplatte auf der bereits in einem kleinen Kiste die Austern standen. Er nahm einen Schraubenzieher in die Hand und begann damit wild zu hantieren.  Sofie nahm ihr Glas und zog sich mit Schwung auf die Ecke der Küchenzeile hoch, um ihm besser zuschauen zu können. „Da ich kein Austernmesser habe, breche ich die  Austern mit der Spitze des Schraubenziehers auf.. das geht gut!“ Simpelte er fachmännisch. IMG_3379 (4)Nachdem er die Schale geöffnet hatte, nahm er die Austern heraus und spülte sie vorsichtig mit Wasser ab, um die Schalenreste zu entfernen. Das in der Muschel  befindliche Austernwasser goss er separat in ein kleines Schälchen. Die Schalen säuberte er dann ebenfalls mit Wasser und legte sie in eine silberne Backofenform.

Dann holte er einen kleinen Topf aus der Küchenschublade, stellte ihn auf die Herdplatte und ließ darin 30 g Butter schmelzen. Während dessen hackte er eine Schalotte klein und dünstete sie darin solange an  bis sie glasig wurde. Dann streute er vorsichtig Mehl darüber und schaltete den Herd auf schwache Hitze. „Die Mischung darf nicht braun werden“ sagte er konzentriert, während er vorsichtig umrührte. Nach ca.  gefühlten 2 Minuten zog er den Topf von der warmen Herdplatte und goss langsam unter ständigem Rühren die Milch hinein. Dann stellte er den Topf wieder auf die warme Platte und fügte noch ein Lorbeerblatt und etwas Muskat hinzu. Während die Mischung bei schwacher Hitze zu köcheln began, nahm er das Schälchen mit dem aufgefangenen Austernsud und goss es zusammen mit ein wenig Wasser in einen zweiten Topf. Er erhitzte den Sud bis er leicht köchelte und pochierte dann die frischen Austern darin. Nach etwa einer halben Minute hob er dann die Austern wieder mit einem Schaumlöffel heraus und legte sie in die gesäuberten Schalen zurück. Dann rührte er den Austernsud in die Bechamelsauce, die er zuvor noch kurz durch einen Sieb passierte. Er holte ein wenig geriebenen Gruyére und ein Stückchen Butter aus dem Kühlschrank, fügte dies ebenfalls der Sauce hinzu und rührte so lange bis alles geschmolzen zu einer cremigen Einheit geschmolzen war. Am Schluss würzte er dann noch mit etwas Salz und Pfeffer nach und streckte mir dann ein Probierlöffelchen entgegen. „Hier koste mal…“ „mmh, das schmeckt echt lecker!“ antwortete Sofie fasziniert von seinen Kochkünsten.

Die Sauce verteilte er dann gekonnt auf den Austern, streute noch etwas Parmesan darüber und schob die Austern in den bereits vorgeheizten Backofen auf Grillstufe und ließ alles für einige Minuten goldgelb gratinieren.  Während er dann begann den Esstisch vorzubereiten, half Sofie ihm dabei, die restlichen Lebensmittel wieder zu verräumen, das Geschirr in die Maschine zu sortieren und die benutzten Töpfe zu spülen. Dann bat er sie auch schon zu Tisch.

Da Sofie noch nie zuvor Austern verkostet hatte, war sie wirklich gespannt auf den Geschmack und freute sich auf diese hochgelobte Köstlichkeit. Und Sie wurde nicht enttäuscht. Sie schlürften an diesem Abend genussvoll die Austern, aßen dazu frisches französischen Weißbrot, tranken Champagner und lernten sich besser kennen.

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In jener Nacht blieb jedoch ungeklärt, ob die aphrodisierende Wirkung, die man den Austern nachsagt, Auslöser für die hemmungslosen Handlungen der beiden war, oder einfach die Tatsache, dass sie sich in einander verliebt hatten.

Und wer auch gerne mal die aphrodisierende Wirkung von Austern testen will, dem empfehle ich unbedingt die Zubereitung der Austern á la Nick. Denn die Kombination der exklusiven Meeresfrucht in Verbindung mit der cremig, zart würzigen Bechamelsauce regt allein schon durch den Verzehr sämtliche Sinne an.

Zutatenliste für Austern á la Nick (für 2-3 Personen):

12 Austern in der Schale

50 g Butter

1 Schalotte

30 g Mehl

1 Prise Muskat

1 Lorbeerblatt

35 g geriebener Gruyère

25 g Parmesan

2 Kommentare

  1. Sensationell!!! Supertolle Idee das Rezept in die unterhaltsame Story zu verpacken.! Perfekt zum Valentinstag und zum Kinostart von Shades of Grey :-). Sobald ich Nick gefunden hab, werd ich das Rezept probieren mit allem Drum und Dran ;-) Freue mich schon heute auf Deine nächste Inspiration!

  2. Nina Schmid sagt

    Hallo Steffi,

    Deine Geschichte liest sich sehr gut ! Hut ab !
    Die ganze Seite ist toll !!

    Liebe Grüße

    Nina

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