Okonomiyaki – What, a fish?

Kommentare 2
Rezepte aus aller Welt / Schwank
IMG_6334 (2)

genau das war die Frage meines kleinen achtjährigen Neffens als ich ihm verkündete, dass es heute zum Essen Okonomiyaki geben würde. What, a fish? Nein natürlich kein Fisch sondern eine japanische Pizza. Aber von vorne. Vor ein paar Wochen erzählte mir meine Schwester, dass Sie bei Galileo einen Report gesehen hätte, in dem sie auf der Suche nach neuen möglichen Foodtrends für Restaurants waren. Und einer der kommenden Trends könnte die japanische Pizza sein, die in Japan längst zum klassischen Junkfood zählt und man diese, wie bei uns ein Stück Pizza, einen fetten Döner oder ein Currywurst, als Imbiss an vielerlei Orten offeriert bekommt. Darüberhinaus soll die japanische Pizza auch als Eventcooking tauglich sein, und somit auch unseren bekannten Tischessen wie Raclette und Fondue die Strin bieten können. Aber was steckt tatsächlich hinter Okonomiaki, und hat es wirklich das Potential sich in Europa, wie zuletzt der japanische Importschlager Sushi, zu etablieren? Genau diesen Fragen wollte ich selbst auf den Grund gehen, und habe deshalb letzten Freitag just meine Schwester und meinen kleinen Neffen zum japanischen Pizzaabend eingeladen. Natürlich musste ich hier im Vorfeld eifrig Recherche betreiben, und da im Netz wahre Lobeshymnen über den japanischen Pizzatraum kusieren, sollte auch unser Pizza für eine fundierte Bewertung möglichst orginal schmecken. Zugegeben hegte ich auch die Hoffnung, dadurch eventuell ein neues kulinarisches Kapitel im meinem Foodtagebuch aufschlagen zu können.

Aber was steckt nun dahinter?IMG_6321

Nun einfach erklärt ist es ein Gemüsepfannkuchen, der hauptsächlich aus Weisskohl und einer Art Pfannkuchen- Spätzleteig hergestellt wird. Darüberhinaus wandern dann je nach Gusto weitere deftige Zutaten wie Krabben, fein geschnittes Fleisch, Wienerle, Bacon, Frühlingszwiebeln, Pilze oder Käse mit rein. Nachdem der Gemüsekuchen dann von beiden Seiten goldbraun gebacken wurde, in Japan passiert dies übrigens auf dem Teriaki Grill, klatscht man dann noch eine ordentliche Portion Saucen darauf, unter anderem eine extra Okonomi Sauce (schmeckt ein wenig wie eine sehr sojalastige Barbecuesauce), sowie eine spezielle japanische Mayonaise z.B. der Marke Kewpie. Als Eventcooking funktioniert das dann in Japan so, dass es an jedem Tisch einen eingelassenen Teriaki Grill gibt an dem jeder Restaurantbesucher dann seine eigene Pizza brutzeln kann. Was auch hiermit schon den Namen Okonomiaki (Okonomi bedeutet „Geschmack“ im Sinne von „was Du willst“und „aki“ bedeutet „gebraten“) erklärt. Da ich aber zufällig keinen Teriaki Grill besitze, mussten für unseren Abend zwei Teflon beschichtete Pfannen herhalten, die übrigens auch sehr gut funktionierten. Im Vorfeld habe ich mir in einem Onlineshop die japanischen Saucen sowie Dashi Pulver bestellt. Aber nun zur Zubereitung des Teiges: für eine Pizza benötigt man ca. 150g Mehl, ca. 200 ml Wasser, ein Ei und 2 TL Dashi Pulver (gemahlener Bonito + gemahlene Algen). Die Zutaten werden alle mit einem Schneebesen verrührt bis keine Mehlklümpchen mehr drinn sind. Der Teig sollte am Ende leicht zähflüssig sein. Da es im Netz verschiedene Mengenangaben gibt, empfehle ich hier nach eigenem Ermessen vorzugehen, um dem Teig, mit etwas mehr Wasser oder etwas mehr Mehl, die gewünschte Konsistenz zu verleihen. Zum Teig gesellen sich dann für eine Pizza (für eine Person) ca. zwei Hand voll Weisskohl sowie die klein geschnitten restlichen Zutaten nach eigenem Wunsch. Dann nehme man eine Pfanne, in der man etwas Öl erhitzt und den Fladen von beiden Seiten ca. je 5 Minuten bei mittlerer bis starker Hitze goldbraun anbrät. Der Fladen lässt sich übrigens relativ leicht mit Hilfe eines Tellers oder eines Pfannendeckels wenden.
IMG_6330Am Ende kommen dann die Saucen sowie Katsuboshi, das sind getrocknete Fischflocken vom Bonito, auf die Pizza, die anfangen sich bei Hitze zu bewegen. Meine Schwester hat dann gleich übermotiviert eine ganze Menge von den Flocken auf Ihre Pizza verteilt, weil Sie sie tanzen sehen wollte. Leider blieb dies an jenem Abend auch das Einzige was getanzt hat… Nachdem mein Neffe einfach 2/3 der Pizza stehen lies und sich zum Zocken vor den Computer verkrümmelte, meinem Freund nach der Hälfte schlecht wurde, meine Schwester am Ende feststellte, dass durch das Dutzend Bonitoflocken das ganze Ding nur noch nach altem Fisch schmeckte und ich auch nach der zehnten Gabel immer noch vergeblich auf die kulinarische Offenbarung wartete, beschlossen wir dann einvernehmlich, den  ganzen Rest in die Tonne zu klopfen. Und hiermit hätte sich dann auch die Frage erübrigt, ob ich denke, dass Okonomiyaki sich bei uns als Trend durchsetzen wird. Nachdem dann alle die vermeintliche Pizza verdaut hatten, gab es am Ende zum Glück noch ein sehr schokoladies Schokoladeneis welches uns über die misslungene Gaumenfreude hinwegtröstete. Aber über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten… Wenn mich jedoch zukünftig jemand frägt, ob ich Lust auf japanische Pizza habe, kann ich nur sagen:“ what a fish is this!“

In diesem Sinne liebe Grüße aus der lk und ein schönes WE :-)

Steffi

2 Kommentare

  1. Sandra sagt

    ….. siehst Du, zumindest Dein Beitrag zum Event ist wieder Weltklasse! Hatte mich ja schon darauf gefreut und nun herzlich gelacht, wie immer, wenn Du schreibst! Und eine gewisse Horizonterweiterung war s doch auch, auf jeden Fall im Bereich „Was geht gar nicht!“. Das nächste Mal gibt s wieder Raclette ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *